Kategorie-Archiv: Joseph Daher & Hozan Ibrahim – Syrien nach fünf Jahren Krieg und Exil

„States have interests, not friends.“ (Joseph Daher)

Ein Blogbeitrag von Alissa Mönch

In letzter Minute erreichte uns die bedauerliche Nachricht, dass Yassin al-Haj Saleh kein Einreisevisum von den Behörden erhielt und somit nicht bei uns vortragen kann. Der syrische Schriftsteller war in die Türkei geflohen und verfügt über keine gültigen Reisepapiere. Einerseits hätte er eine Ausreise- und Widereinreisebewilligung der Türkei, als auch eine Einreisebewilligung der Schweizer Behörden benötigt, ohne seinen temporären Schutzstatus in der Türkei aufs Spiel zu setzen. Dieser Vorfall veranschaulicht den Umgang mit geflüchteten, sowie deren Probleme und Hürden nur allzu gut. Dennoch war es unseren beiden Dozentinnen möglich, in dieser kurzen Zeit ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen. Zu Gast waren Dr. Joseph Daher, ein syrisch-schweizerischer politischer Aktivist, welcher als an der Universität Lausanne arbeitet und der in Berlin lebende Hozan Ibrahim, welcher sich für die Demokratisierung Syriens einsetzt und im Jahr 2010 aus Syrien floh. Die Diskussionsrunde wurde von Prof. Dr. Laurent Goetschel und der Seminarleiterin Prof. Dr. Bilgin Ayata moderiert.

Syrien nach fünf Jahren Krieg und Exil. In der vielfältigen Diskussionsrunde wurden viele Fragen aufgeworfen. Wie ist die aktuelle Lage in Syrien? Welche Interessen haben internationale Akteure? Was sind mögliche Lösungswege und vor allem, was sind keine Lösungen? Welche Hoffnungen gibt es?

Abbildung 1

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Was geschieht in Syrien?

Ein Blogbeitrag von Adrian Sutter

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Photo by Ruben Hollinger, rubenhollinger.ch

Der Abend begann mit einer kurzen Einführung und einem Überblick über die bereits stattgefundenen Veranstaltungen, zudem wurde kurz erklärt wieso der ursprünglich geplante Gast Yassin al-Haj Saleh aufgrund eines fehlenden Visums leider nicht in die Schweiz einreisen konnte. Dies ist ein gutes Beispiel, dass den Besuchern gleich zu Beginn der Veranstaltung vor Augen führte wie flüchtende Menschen in den Mühlen der Bürokratie zermalmt werden. Anschliessend wurden die beiden Aktivisten begrüsst und vorgestellt. In der Gesprächsrunde wurden den beiden verschiedene Fragen zu der Lage in Syrien und ihrer Sicht auf mögliche Lösungen und Problematiken gestellt.

Dr. Joseph Daher meinte mit Blick auf die Lage in Syrien, dass es auch nach fünf Jahren immer noch sehr wichtig sei über die Situation zu sprechen und sich klarzumachen, dass der Konflikt von und gegen das Regime von Machthaber Assad weiter aktuell ist. Zudem wies er darauf hin, dass die demokratische Bewegung im Land sich durchaus lebendig darstellt und es weiterhin beinahe täglich viele Demonstrationen in ganz Syrien gegen die von Assad geschaffene Machtsstruktur und den aus der Sicht des syrischen Volkes als rassistisch deklarierten Krieg gibt. Mit Blick auf die neuen Verhandlungsrunden in Genf zu dem Syrien-Konflikt zeigte sich Dr. Joseph Daher eher pessimistisch. Seiner Meinung nach wird die Struktur des Regimes erhalten bleiben, trotz dem Verlangen der Menschen in Syrien nach mehr Demokratie. Dies sei damit zu begründen, dass die internationalen Mächte, welche in verschiedensten Formen am Konflikt beteiligt sind, diese Struktur aufrecht erhalten möchten.

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